Handwerker hält ein Smartphone, auf dem ein Google Unternehmensprofil mit Bewertungen, Telefonnummer und Route angezeigt wird
Symbolbild

Eine Hauseigentümerin in Aarau braucht einen Elektriker. Sie tippt «Elektriker Aarau» in ihr Handy und sieht zuoberst einen Kartenausschnitt mit drei Betrieben: Name, Sternebewertung, Telefonnummer, Knopf für die Route, Öffnungszeiten, Fotos. Sie tippt auf den Betrieb mit den meisten Bewertungen, ruft direkt aus dem Eintrag heraus an — und hat einen Termin, bevor sie je eine Website geöffnet hat. Diese ganze Entscheidung lief über ein einziges digitales Schaufenster: das Google Unternehmensprofil.

Genau dieses Profil ist für viele Handwerksbetriebe der wichtigste — und gleichzeitig der am meisten vernachlässigte — Punkt ihrer Online-Präsenz. Es ist gratis, in einer Stunde eingerichtet, und entscheidet trotzdem oft mehr über den nächsten Auftrag als die teuer gebaute Website dahinter.

Was ist ein Google Unternehmensprofil — und warum heisst es nicht mehr «Google My Business»?

Das Google Unternehmensprofil ist Ihr kostenloser Eintrag in der Google-Suche und in Google Maps — mit Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Fotos und Bewertungen. Google hat den Dienst 2021/2022 von «Google My Business» in «Google Unternehmensprofil» umbenannt — gemeint ist dasselbe.

Viele Betriebsinhaber suchen noch nach «Google My Business», weil der alte Name jahrelang etabliert war. Technisch hat sich vor allem die Verwaltung geändert: Das Profil wird heute direkt in der Google-Suche bearbeitet, nicht mehr über eine separate App. Inhaltlich bleibt es das, was es immer war — die Sammlung aller Informationen, die Google über Ihren Betrieb anzeigt, wenn jemand nach Ihnen oder nach Ihrer Leistung sucht.

Wichtig ist der Unterschied zur Website: Die Website gehört Ihnen und steht auf Ihrer eigenen Domain. Das Unternehmensprofil dagegen erscheint direkt in den Suchergebnissen und auf der Karte — also genau dort, wo die Suche beginnt. Für eine lokale Anfrage ist das Profil deshalb oft der erste und manchmal einzige Kontaktpunkt.

Was bringt ein vollständiges Profil konkret mehr als ein halbleeres?

Deutlich mehr Kontakte. Vollständig ausgefüllte Profile erhalten laut Auswertungen rund siebenmal so viele Klicks wie leere Einträge — und rund 70 Prozent mehr Besuche vor Ort.

Ein Profil ist kein Ja-oder-Nein-Schalter, sondern eine Skala. Je vollständiger und aktueller der Eintrag, desto häufiger zeigt Google ihn an und desto mehr Menschen handeln. Eine Auswertung von rund 45'000 Profilen durch BrightLocal ergab für ein durchschnittliches kleines Unternehmen gut 1'000 Suchanfragen pro Monat, die zu rund 59 konkreten Aktionen führen — Klicks auf die Website, Routenanfragen und Anrufe.

Besonders deutlich wirken Fotos. Profile mit vielen Bildern der eigenen Arbeit schneiden bei jeder Kennzahl besser ab: Laut derselben Auswertung erzielen Einträge mit mehr als 100 Fotos ein Vielfaches an Routenanfragen, Anrufen und Website-Klicks gegenüber Profilen ohne Bilder. Für einen Handwerksbetrieb sind das keine Hochglanzaufnahmen, sondern schlicht Fotos abgeschlossener Arbeiten — Vorher/Nachher, Baustelle, Team, Fahrzeug.

Vergleichsgrafik: vollständiges Google Unternehmensprofil gegenüber leerem Profil — siebenmal mehr Klicks und mehr Besuche vor Ort
Ein vollständiges Profil schlägt ein halbleeres deutlich — bei Klicks ebenso wie bei Besuchen vor Ort.
Profil-Zustand Sichtbarkeit & Aktionen Folge für den Betrieb
Vollständig & gepflegt ≈ 7× mehr Klicks, mehr Anrufe und Routenanfragen Erscheint regelmässig im Local Pack; Kunden handeln direkt aus dem Eintrag
Vorhanden, aber halbleer Wird seltener angezeigt; weniger Aktionen pro Anzeige Verliert lautlos gegen gepflegte Mitbewerber-Profile
Nicht beansprucht / fehlt Kaum lokale Sichtbarkeit; Angaben teils falsch oder veraltet Für einen Grossteil der lokalen Suchenden praktisch unsichtbar

Wie viele Kunden entscheiden direkt im Profil — ohne je die Website zu sehen?

Ein grosser Teil. Die häufigste Aktion ist zwar der Klick zur Website, doch viele Kunden rufen direkt aus dem Eintrag an oder lassen sich die Route anzeigen — die Website spielt dann gar keine Rolle mehr.

Die Aktionen im Profil verteilen sich laut aktuellen Konsumentenbefragungen grob so: rund ein Drittel Klicks zur Website, gut ein Viertel Routenanfragen, dazu Direktanrufe und Nachrichten. Anders gesagt: Bei einem erheblichen Teil der Kontakte ist das Profil nicht der Weg zur Website, sondern der Abschluss selbst — der Kunde ruft an oder fährt los, ohne je eine Seite Ihrer Website gesehen zu haben.

Dazu kommt das Tempo lokaler Suchen. Rund 76 Prozent der Menschen, die lokal nach einem Anbieter suchen, nehmen noch am selben Tag Kontakt auf oder besuchen den Betrieb. Das Profil muss also nicht über Wochen überzeugen, sondern in dem Moment, in dem jemand gerade jetzt jemanden braucht.

Grafik: Wie Kunden im Google Unternehmensprofil handeln — Aufteilung in Website-Klick, Routenanfrage, Anruf und Nachricht
Viele Kontakte laufen direkt über das Profil — per Anruf oder Route, ganz ohne Website.

Welche Angaben im Profil bewegen am meisten?

Drei Dinge tragen am stärksten: die richtige Hauptkategorie, echte Fotos der eigenen Arbeit und laufend neue, beantwortete Bewertungen. Diese drei Hebel sind kostenlos — und werden am häufigsten liegengelassen.

Die Hauptkategorie ist einer der stärksten einzelnen Hebel überhaupt. Sie sagt Google, für welche Suchen Ihr Betrieb überhaupt in Frage kommt. «Sanitärinstallateur», «Heizungsbauer» und «Bauunternehmen» führen zu völlig unterschiedlichen Treffern — wählen Sie die Kategorie, unter der Ihre Kunden tatsächlich suchen, und ergänzen Sie passende Zusatzkategorien.

Bewertungen wirken doppelt: Sie sind ein Ranking-Faktor und zugleich der Moment, in dem der Kunde sich entscheidet. Entscheidend sind nicht nur viele, sondern stetig neue Bewertungen — und dass Sie auf jede antworten, auch auf kritische. Wie stark Kategorie, Profil und Bewertungen im Detail gewichtet werden und wie das Google Local Pack funktioniert, haben wir im Beitrag Local SEO für Handwerker ausführlich aufgeschlüsselt.

Warum lassen ausgerechnet Handwerksbetriebe dieses Profil oft brachliegen?

Weil niemand zuständig ist. In den meisten Betrieben müsste dieselbe Person, die tagsüber auf der Baustelle steht, abends das Profil pflegen, Bewertungen erbitten und beantworten — das ist eine strukturelle Lücke, kein Unwille.

Ein grösseres Unternehmen hat ein Marketing oder zumindest eine Person im Büro, die sich um die Online-Präsenz kümmert. Der typische Schweizer Handwerksbetrieb hat das nicht. Die gleiche Person macht Offerten, Kundenkontakt und die Arbeit vor Ort — und soll nebenbei das Google-Profil aktuell halten. Das Ergebnis sieht man überall: Profile, die vor zwei Jahren einmal angelegt wurden, mit alter Telefonnummer, ohne Fotos, mit drei Bewertungen von 2022.

Das ist die eigentliche Chance. Weil so viele Betriebe ihr Profil brachliegen lassen, gewinnt nicht der grösste oder günstigste Betrieb die lokale Sichtbarkeit, sondern der, der seinen Eintrag konsequent pflegt. In den meisten Regionen ist das ein kleiner, gewinnbarer Wettbewerb.

Was kostet ein vernachlässigtes Profil konkret?

Eine pauschale Franken-Zahl gibt es nicht — aber die Mechanik ist eindeutig: Jede Anfrage, die zum gepflegten Profil des Mitbewerbers geht, taucht bei Ihnen nie auf. Der Verlust ist real, aber unsichtbar.

Das Tückische an einem schwachen Profil ist, dass es keine Spur hinterlässt. Ein verpasster Anruf erscheint wenigstens auf dem Display. Eine Suche, bei der Ihr Betrieb gar nicht erst aufgetaucht ist, sehen Sie nie. Genau deshalb wird das Problem so lange ignoriert — es meldet sich nicht.

Was ein gepflegtes Profil für Ihren Betrieb wert wäre, hängt von Ihrem durchschnittlichen Auftragswert und der Zahl der monatlichen Suchanfragen in Ihrer Region ab. Unser ROI-Rechner macht die Überschlagsrechnung mit Ihren eigenen Zahlen, statt mit einer Pauschale, die ohnehin nicht auf Ihren Betrieb passt.

Wie richten Sie Ihr Profil richtig ein — Schritt für Schritt?

Kurzfristig: Was sollten Sie diese Woche erledigen?

Die Einrichtung kostet nichts ausser etwas Zeit — und schliesst die grössten Lücken sofort.

Profil beanspruchen und verifizieren. Suchen Sie Ihren Betrieb bei Google und übernehmen Sie das Profil («Inhaberschaft beanspruchen»). Erst nach der Verifizierung können Sie alle Angaben selbst steuern — und verhindern, dass jemand anderes Ihre Daten kontrolliert.

Jedes Feld ausfüllen. Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen, Beschreibung, Website-Link. Ein vollständiges Profil wird von Google als relevanter eingestuft als ein halbleeres — und beantwortet dem Kunden alle Fragen, bevor er sie stellt.

Echte Fotos hochladen. Bilder abgeschlossener Arbeiten, des Teams, der Fahrzeuge. Keine Stockfotos — Kunden erkennen den Unterschied, und Profile mit echten Bildern erzielen messbar mehr Kontakte.

Die ersten Bewertungen einholen. Bitten Sie zufriedene Stammkunden direkt nach dem nächsten Auftrag um eine kurze Google-Bewertung. Schon eine Handvoll aktueller, beantworteter Bewertungen verändert den ersten Eindruck spürbar.

Langfristig: Wie bleibt das Profil dauerhaft stark?

Die Einrichtung ist das Einfache. Schwierig wird die Konstanz — und genau daran scheitert es im Alltag eines vollen Auftragsbuchs.

Nachhaltig wird ein Profil erst, wenn das Sammeln und Beantworten von Bewertungen und die laufende Pflege nicht mehr von der Tagesform abhängen. Eine automatisierte Bewertungsanfrage nach jedem abgeschlossenen Auftrag sorgt dafür, dass kontinuierlich neue Bewertungen eintreffen, ohne dass Sie daran denken müssen — Teil unseres Automatisierungs-Angebots. Die laufende Pflege von Profil, Fotos und lokaler Sichtbarkeit übernehmen wir im Rahmen unseres Sichtbarkeit-Angebots — damit der Eintrag arbeitet, auch wenn Sie auf der Baustelle stehen.

Was bedeutet das für Schweizer Handwerksbetriebe konkret?

Eine schweizspezifische Studie zum Google Unternehmensprofil liegt nicht vor — die harten Zahlen stammen aus dem internationalen Markt. Für den Schweizer Kontext fallen die Schlüsse aber eher noch deutlicher aus.

Die Schweiz ist ein Markt aus vielen kleinen, oft topografisch getrennten Einzugsgebieten. Kunden suchen Handwerker in ihrer unmittelbaren Umgebung — Gemeinde für Gemeinde, Tal für Tal. Gerade dort, wo die Nähe ohnehin der stärkste Faktor für die lokale Platzierung ist, entscheidet ein gepflegtes Profil besonders stark darüber, ob Sie in Ihrem realen Einzugsgebiet überhaupt erscheinen.

Dazu kommt eine Schweizer Besonderheit: Das Profil sollte nicht allein stehen. Verzeichnisse wie local.ch und search.ch sind hierzulande seit über zwanzig Jahren etabliert und geniessen grosses Vertrauen. Entscheidend ist, dass Name, Adresse und Telefonnummer auf der Website, im Google-Profil und in diesen Verzeichnissen exakt identisch geschrieben sind — jede Abweichung schwächt Ihre lokale Glaubwürdigkeit bei Google.

Und schliesslich spielt die typische Betriebsgrösse Ihnen in die Hände: Weil die meisten Schweizer Handwerksbetriebe KMU ohne Marketing-Abteilung sind, pflegen in den meisten Regionen nur wenige ihr Profil systematisch. Wer es tut, konkurriert nicht gegen einen perfekt optimierten Markt, sondern gegen viele halb ausgefüllte Profile. Digital Olymp betreut Handwerksbetriebe genau dort, wo sie lokal gefunden werden müssen — im Aargau, in Zürich und in Luzern.