Ein Malerbetrieb in Aarau hat 87 Google-Bewertungen mit einem Schnitt von 4,8 Sternen, mühsam über Jahre gesammelt. Trotzdem: Wer ChatGPT oder Perplexity nach einem Maler in der Region fragt, bekommt andere Namen genannt, samt Bewertung, nur eben nicht seinen. Und woher nimmt die KI diese Bewertungen? Nicht aus dem Google-Unternehmensprofil, sondern aus local.ch und Ofri.
Wir haben getestet, welche Quellen die KI für Bewertungen heranzieht, Region Aarau/Lenzburg, Juli 2026. Das Muster war eindeutig: ChatGPT und Perplexity zitierten Bewertungen aus local.ch und Ofri mit Note und Anzahl, das Google-Unternehmensprofil war in keiner der zehn Antworten die Quelle. Für einen Betrieb, der all seine Energie in Google-Bewertungen gesteckt hat, ist das eine unbequeme Nachricht, aber eine, die sich beheben lässt.
Welche Bewertungen liest die KI wirklich?
In unserem Test zog die KI Bewertungen aus local.ch und Ofri heran, jeweils mit Note und Anzahl, zum Beispiel «4,9 von 5 bei 100 Bewertungen». Das Google-Unternehmensprofil kam als Quelle nicht vor.
KI-Systeme mit Websuche greifen auf Seiten zurück, die eine Frage direkt und strukturiert beantworten. Verzeichnisse wie local.ch und Ofri liefern genau das: einen Betrieb mit Ort, Leistung und einer klar ausgewiesenen Bewertung, Note und Anzahl in einem Block. Das ist für eine KI leicht zu zitieren. Das Google-Unternehmensprofil erscheint im Kern in Google-eigenen Oberflächen wie Suche und Maps, und genau dort schauen ChatGPT und Perplexity mit ihrer Websuche nicht zuerst hin.
Das deckt sich mit dem Muster in unserem KI-Sichtbarkeits-Test: Über die zehn dokumentierten Antworten hinweg nannte die KI je zwei bis fünf Betriebe, und sieben Betriebe wurden von ChatGPT und Perplexity übereinstimmend genannt. Die Bewertungen dazu stammten aus local.ch und Ofri, nicht aus Google. Dasselbe Bild zeigt sich, wenn man betrachtet, welche Seiten die KI zitiert: strukturierte Fakten schlagen Marketing-Text.
Warum zitiert die KI nicht das Google-Unternehmensprofil?
Weil ChatGPT und Perplexity über die offene Websuche arbeiten, nicht über Googles eigene Oberflächen. In unserem Test war das Google-Unternehmensprofil in 0 von 10 Antworten die Quelle. Bei Google Gemini und den AI Overviews sieht das anders aus.
Das Google-Unternehmensprofil ist ein starkes Signal, aber es lebt innerhalb des Google-Ökosystems. ChatGPT und Perplexity ziehen ihre Informationen aus einer offenen Websuche, und dort sind local.ch und Ofri gut auffindbare, strukturierte Quellen. Das Ergebnis in unserem Feldtest: In 0 von 10 dokumentierten Antworten war das Google-Unternehmensprofil die zitierte Quelle für eine Bewertung.
Wichtig, und ehrlicherweise nötig zu sagen: Das gilt für die getesteten Systeme, nicht pauschal für «die KI». Google Gemini und die AI Overviews in der Google-Suche schöpfen aus dem Google-Ökosystem und beziehen Google-Bewertungen daher sehr wohl ein. Wer nur auf ein einziges System optimiert, verliert an anderer Stelle. Die vernünftige Antwort ist deshalb nicht «Google fallen lassen», sondern «local.ch und Ofri dazunehmen».
Wer zitiert welche Bewertungsquelle?
| Plattform | ChatGPT und Perplexity (unser Feldtest) | Google-eigene KI (Gemini, AI Overviews) |
|---|---|---|
| local.ch | Zitiert, mit Note und Anzahl | Nicht getestet |
| Ofri | Zitiert, mit Note und Anzahl | Nicht getestet |
| Google-Unternehmensprofil | In 0 von 10 Antworten zitiert | Bezieht das Google-Ökosystem ein |
Unser Feldtest umfasste ChatGPT und Perplexity mit aktiver Websuche. Die Spalte zu Gemini und AI Overviews beruht darauf, dass diese Systeme Googles eigene Daten nutzen, nicht auf einem separaten Test.
Wie viele Bewertungen braucht ein Betrieb, damit die KI ihn empfiehlt?
Eine feste Zahl gibt es nicht. In unserem Test nannte die KI Note und Anzahl gemeinsam, etwa «4,9 von 5 bei 100 Bewertungen». Eine hohe Note bei vielen Bewertungen wirkt belastbarer als dieselbe Note bei nur zwei oder drei.
Die KI empfiehlt niemanden auf Kommando, und keine Bewertungszahl garantiert eine Nennung. Was sich im Test zeigte: Genannt wurden Betriebe mit einer sichtbaren Note und einer nachvollziehbaren Anzahl an Bewertungen. «4,9 von 5 bei 100 Bewertungen» trägt eine Empfehlung, «5,0 von 5 bei 2 Bewertungen» eher nicht, weil zwei Stimmen kein belastbares Bild ergeben. Auffällig war zudem, dass die KI bei sehr wenigen Bewertungen die geringe Anzahl teils selbst als Vorbehalt erwähnte.
Praktisch heisst das: nicht die eine perfekte Note jagen, sondern über die Zeit eine solide Menge echter Bewertungen aufbauen, auf mehr als einer Plattform. Eine Garantie, dass die KI Sie dann nennt, gibt es nicht, aber die Chance, überhaupt als empfehlbar zu gelten, steigt spürbar.
Was kostet eine schwache Bewertungspräsenz auf local.ch und Ofri?
Jede Anfrage, die an einen Betrieb mit sichtbaren Bewertungen geht, sehen Sie nie. Der Verlust bleibt unsichtbar, weil er nie als verpasster Anruf auftaucht.
KI-Antworten übernehmen zunehmend den ersten Schritt der Anbieterwahl. In der Schweiz ist die Nutzung längst angekommen: Laut einer Comparis-Umfrage von April 2026 nutzen bereits rund drei Viertel der Schweizer Bevölkerung KI-Chatbots. Wer in deren Antworten ohne sichtbare Bewertungen dasteht, während die Konkurrenz mit «4,9 von 5» genannt wird, verliert Anfragen, ohne es je zu merken.
Was eine einzelne Anfrage für Ihren Betrieb wert ist, lässt sich überschlagen: Mit dem Kundenwert-Rechner sehen Sie, was ein gewonnener Kunde über die Zeit einbringt, und damit, was es kostet, in KI-Antworten unsichtbar zu bleiben.
Was können Sie sofort tun?
Sofort umsetzbar
Legen Sie ein vollständiges Profil auf local.ch und Ofri an oder vervollständigen Sie ein bestehendes: Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen exakt so, wie sie auch auf Ihrer Website stehen. Bitten Sie danach zufriedene Kundschaft aktiv um eine Bewertung, am besten direkt nach dem Auftrag und mit einem Link, der die Hürde senkt. Ziel ist eine sichtbare Note mit einer nachvollziehbaren Anzahl, genau die Form, die die KI in unserem Test zitiert hat.
Wichtig zur Einordnung: Ein kostenloses Bewertungsprofil auf Ofri ist nicht dasselbe wie bezahlte Anfragen über Ofri. Für die KI zählt das öffentliche Profil mit Note und Anzahl, dafür müssen Sie keine Anfragen einkaufen.
Langfristig
Halten Sie Ihre Angaben zu Name, Adresse und Telefonnummer über alle Plattformen hinweg konsistent, damit Verzeichnisse und KI-Systeme denselben Betrieb sicher zuordnen. Pflegen Sie Bewertungen kontinuierlich, statt einmalig eine Handvoll zu sammeln, und behalten Sie Google trotz allem im Blick, weil Gemini und die AI Overviews daraus schöpfen. Wie diese Signale über Plattformen hinweg zusammenspielen, vertiefen wir in einem kommenden Beitrag zur plattformübergreifenden Konsistenz.
Häufige Fragen zu KI, Bewertungen und local.ch
Liest die KI meine Google-Bewertungen gar nicht?
Im Feldtest zogen ChatGPT und Perplexity Bewertungen aus local.ch und Ofri heran, das Google-Unternehmensprofil kam als Quelle nicht vor. Das heisst nicht, dass Google-Bewertungen wertlos sind: für Kundschaft auf der Google-Suche und in Maps bleiben sie zentral.
Reichen viele Bewertungen auf einer einzigen Plattform?
Besser mehrere. Die KI zitierte Bewertungen aus local.ch und Ofri, nicht nur von einer Plattform. Wer nur auf einer Plattform präsent ist, verschenkt Quellen, aus denen die KI schöpfen könnte.
Wie komme ich an Bewertungen auf local.ch und Ofri?
Legen Sie zuerst ein vollständiges Profil an, dann bitten Sie zufriedene Kundschaft aktiv um eine Bewertung, am besten direkt nach dem Auftrag. Ein Link per Nachricht senkt die Hürde spürbar.
Zählt die Sternenote oder die Anzahl der Bewertungen mehr?
Beides zusammen. Die KI nannte Note und Anzahl gemeinsam, etwa «4,9 von 5 bei 100 Bewertungen». Eine hohe Note bei sehr wenigen Bewertungen wirkt weniger belastbar als eine solide Note bei vielen.
Schadet mir eine niedrige Note auf local.ch?
Eine sichtbar tiefe Note kann die KI ebenso zitieren wie eine hohe. Wichtiger als Perfektion ist eine glaubwürdige, gepflegte Präsenz mit genug Bewertungen, damit einzelne Ausreisser nicht das Bild bestimmen.
Gilt das auch für Google Gemini und AI Overviews?
Nicht unbedingt. Unser Feldtest umfasste ChatGPT und Perplexity mit Websuche. Google Gemini und AI Overviews schöpfen aus dem Google-Ökosystem und können Google-Bewertungen sehr wohl einbeziehen. Pflegen Sie deshalb beides.
Muss ich für Ofri bezahlen, damit die KI mich findet?
Nein. Bezahlte Anfragen über Ofri sind etwas anderes als ein kostenloses Ofri-Bewertungsprofil. Für die KI zählt das öffentliche Profil mit Note und Anzahl, dafür müssen Sie keine Anfragen einkaufen.