Eine Hauseigentümerin in Aarau plant, ihr Badezimmer zu sanieren. Früher hätte sie «Sanitär Aarau» gegoogelt. Heute tippt sie ihre Frage in ChatGPT: «Worauf muss ich bei einer Badsanierung achten, und wer macht das in der Region Aarau seriös?» Die Künstliche Intelligenz (KI) antwortet in ganzen Sätzen, nennt drei Punkte für die Planung und zwei, drei Betriebe als mögliche Ansprechpartner. Für alle anderen Sanitärbetriebe der Region hat diese Anfrage nie stattgefunden.

Solche Szenen sind keine Zukunftsprognose mehr. Wir wollten deshalb nicht spekulieren, sondern wissen, was die Systeme tatsächlich antworten. Am 5. Juli 2026 haben wir fünf typische Kundenfragen aus dem Handwerk an ChatGPT und Perplexity gestellt: mit aktiver Websuche, jede Frage in einem frischen Chat, Region Aarau und Lenzburg, fünf Gewerke von der Badsanierung bis zum Fensterbau. Zehn Antworten, vollständig dokumentiert. Dieser Beitrag zeigt, wen die KI-Systeme empfohlen haben, was die genannten Betriebe gemeinsam haben und welche Hebel Sie daraus für Ihren eigenen Betrieb ableiten können.

Wen empfehlen ChatGPT und Perplexity, wenn Kunden einen Handwerker suchen?

In unserem Test nannte jede KI-Antwort nur zwei bis fünf Betriebe, fast immer mit einer klaren Empfehlung an erster Stelle. Einen zweiten Platz gibt es faktisch nicht: Wer nicht zu den wenigen genannten Betrieben gehört, kommt in der Entscheidung des Kunden gar nicht erst vor.

Die fünf Fragen haben wir so formuliert, wie Kunden sie wirklich stellen: «Worauf muss ich bei einer Badsanierung achten, und wer macht das in der Region Aarau seriös?», «Welcher Sanitärbetrieb in Lenzburg ist empfehlenswert?», «Meine Heizung ist ausgefallen. Wer hilft schnell in der Region Aarau?», «Welchen Maler im Aargau könnt ihr für eine Fassadenrenovation empfehlen?» und «Wer baut in der Region Aarau zuverlässig Fenster ein?»

Das Muster war in allen zehn Antworten dasselbe. Statt einer Ergebnisliste mit zwanzig Treffern lieferten beide Systeme eine kurze, geordnete Auswahl: zwei bis fünf Betriebe, mit Begründung, oft ausdrücklich als «meine erste Wahl» markiert. Bei der Notfallfrage ging ChatGPT noch einen Schritt weiter: Es zeigte die Pikettnummer eines Haustechnikbetriebs aus Aarau direkt an und formulierte gleich den Satz vor, den man am Telefon sagen soll. Der Kunde muss die Website des Betriebs nie besucht haben, um ihn zu beauftragen.

Bemerkenswert ist die Übereinstimmung der beiden Systeme: Obwohl ChatGPT auf den Bing-Index zugreift und Perplexity das Web selbst durchsucht, tauchte bei jeder der fünf Fragen mindestens ein Betrieb in beiden Antworten auf, insgesamt sieben Betriebe. Die Nummer eins war dabei nicht immer dieselbe, aber beide Systeme schöpften erkennbar aus demselben kleinen Kreis: den Betrieben, die im Netz sauber dokumentiert sind. Wir nennen die empfohlenen Betriebe hier bewusst nicht beim Namen, denn es geht nicht darum, wer den Test «gewonnen» hat, sondern warum.

Wie kommt Ihr Betrieb in die KI-Empfehlungen?

Die empfohlenen Betriebe hatten in unserem Test drei Dinge gemeinsam: eine eigene Unterseite für jede Leistung, konkrete überprüfbare Aussagen auf der Website und sichtbare Bewertungen auf Plattformen wie local.ch oder Ofri. Genau diese Inhalte zitierten die KI-Systeme als Begründung ihrer Empfehlung.

Erstens: Die KI zitiert Unterseiten, keine Startseiten. Fast jede Quellenangabe in den zehn Antworten führte auf eine spezifische Leistungsseite: die Fassadenseite des Malers, die Sanitärseite des Haustechnikers, die 24/7-Notfallseite mit Pikettnummer. Ein Betrieb, der seine Leistungen nur als Stichwortliste auf der Startseite führt, hat für die konkrete Kundenfrage schlicht keine Seite, die zitiert werden könnte.

Zweitens: Konkrete Aussagen werden wörtlich übernommen. «24/7-Pikettdienst, 365 Tage im Jahr», «seit über 80 Jahren in der Region», «rund 50 Fachleute», eigene Ausstellung: Solche Fakten aus den Websites der Betriebe tauchten wörtlich als Begründung in den KI-Antworten auf. Ein Prospekttext über «massgeschneiderte Lösungen» lieferte in keinem einzigen Fall ein Zitat.

Drittens: Bewertungen zählen, auch ausserhalb von Google. Beide Systeme zitierten Bewertungszahlen von local.ch und Ofri mit Note und Anzahl, etwa «4,9 von 5 bei 100 Bewertungen». Perplexity begründete seine Empfehlung in einem Fall ausdrücklich damit, dass ein Betrieb «deutlich mehr Bewertungen bei sehr hoher Note» habe. Und die Kehrseite: Betriebe mit nur zwei oder drei Bewertungen wurden zwar teils genannt, aber mit einem öffentlichen Vorbehalt versehen, inklusive Rat, sich zuerst Referenzen zeigen zu lassen. Die KI empfiehlt nicht nur, sie relativiert auch, und zwar vor dem Kunden.

Was eine einzige Anfrage wert ist, die wegen dieser Lücken beim Mitbewerber landet, können Sie mit unserem ROI-Rechner für Ihr Gewerk und Ihre Region durchrechnen.

Für dieses Optimieren kursieren inzwischen Begriffe wie GEO (Generative Engine Optimization) oder LLM-SEO (Suchoptimierung für Large Language Models, also grosse Sprachmodelle). Die Etiketten sind neu, der Inhalt ist es kaum: Was unsere Testantworten belohnt haben, sind saubere Leistungsseiten, überprüfbare Fakten, konsistente Einträge und echte Bewertungen. Das ist kein Geheimwissen, sondern die Local-SEO-Hausaufgabe, die in den meisten Betrieben seit Jahren liegen bleibt und jetzt Zinsen kostet.

Wie viele Schweizer nutzen KI-Chatbots statt der Google-Suche?

Rund drei Viertel der erwachsenen Schweizer Bevölkerung nutzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Mehr als 40 Prozent der Nutzenden setzen die Chatbots bereits als Ersatz für die klassische Websuche ein.

Unser Test zeigt das Muster im Kleinen. Die Schweizer Nutzungszahlen zeigen, wie gross die Verschiebung dahinter ist. Laut einer Comparis-Umfrage vom März 2026 nutzen 76,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung regelmässig KI-Tools. Das Tempo der Entwicklung ist bemerkenswert: 2024 waren es noch 49,7 Prozent, 2025 bereits 62,4 Prozent. Und über 40 Prozent der KI-Nutzenden geben an, die Chatbots als Ersatz für die Websuche zu verwenden.

Der IGEM-Digimonitor 2025 zeichnet dasselbe Bild: 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung nutzen KI-Tools, rund 3,8 Millionen Menschen, ein Anstieg von 20 Prozentpunkten innerhalb eines Jahres. Bei den 15- bis 34-Jährigen sind es 79 Prozent. Das ist die Kundengeneration, die in den nächsten zehn Jahren Häuser kauft, renoviert und Handwerker beauftragt.

Was passiert mit den Klicks, wenn Google KI-Antworten anzeigt?

Sie brechen ein. Erscheint in der Google-Suche eine KI-Übersicht, klicken Nutzer nur noch etwa halb so oft auf ein normales Suchergebnis. Für die bestplatzierte Seite bedeutet eine KI-Übersicht im Schnitt 58 Prozent weniger Klicks.

Auch wer weiterhin klassisch googelt, sieht immer öfter zuerst eine KI-Antwort. Das Pew Research Center hat das Surfverhalten von 900 Erwachsenen ausgewertet: Erschien eine KI-Zusammenfassung, klickten die Nutzer nur in 8 Prozent der Fälle auf ein herkömmliches Suchergebnis. Ohne KI-Zusammenfassung waren es 15 Prozent, also fast doppelt so viele. Bereits im März 2025 erzeugte rund jede fünfte Google-Suche eine solche KI-Übersicht.

Für die Betreiber von Websites ist der Effekt messbar. Der SEO-Dienstleister Ahrefs verglich 300'000 Suchbegriffe mit und ohne KI-Übersicht: Steht eine KI-Übersicht über den Ergebnissen, erhält die bestplatzierte Seite im Schnitt 58 Prozent weniger Klicks. Im April 2025 lag derselbe Wert noch bei 34,5 Prozent. Die Schere öffnet sich also weiter.

Die Konsequenz: Selbst ein guter Platz in den klassischen Suchergebnissen verliert an Wert, wenn die Antwort darüber bereits steht. Sichtbar bleibt, wer in der KI-Antwort selbst vorkommt, als genannte Quelle oder als empfohlener Betrieb.

Warum trifft dieser Wandel Handwerksbetriebe besonders?

Weil KI-Antworten noch enger auswählen als das Google Local Pack: Statt einer Trefferliste nennt der Chatbot eine Handvoll Betriebe im Fliesstext, mit klarem Favoriten. Und weil die meisten Handwerksbetriebe nicht einmal für die klassische Suche optimiert sind, geschweige denn für KI-Systeme.

Das Google Local Pack hat die lokale Sichtbarkeit bereits auf drei Plätze verengt. KI-Antworten verschärfen diese Logik, wie unser Test zeigt: Wer eine Empfehlung samt Begründung und Telefonnummer im Chat erhält, vergleicht selten weiter. Die Antwort wirkt neutral und recherchiert, obwohl sie nur wiedergibt, welche Betriebe im Netz gut dokumentiert sind.

Genau hier liegt das strukturelle Problem: Ein KI-System kann nur empfehlen, was es findet und versteht. Ein Betrieb ohne aktuelle Website, ohne gepflegtes Google-Unternehmensprofil und ohne Bewertungen existiert für diese Systeme schlicht nicht. Und in den meisten Handwerksbetrieben ist niemand dafür zuständig, das zu ändern. Die gleiche Person, die tagsüber auf der Baustelle steht, müsste sich abends um digitale Sichtbarkeit kümmern. Das ist kein Unwille, es ist eine Lücke, die jetzt teurer wird als je zuvor.

Woher nehmen ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews ihre Antworten?

Aus dem offenen Web, aber über unterschiedliche Wege: ChatGPT stützt sich bei aktuellen Fragen auf den Suchindex von Bing, Perplexity crawlt das Web laufend selbst, und Google AI Overviews bauen auf dem bestehenden Google-Ranking auf. Wer in keinem dieser Indexe sauber vorkommt, kann nicht zitiert werden.

Plattform Woher die Antworten stammen Was Sichtbarkeit begünstigt Ihr Stellhebel
ChatGPT Bing-Suchindex bei aktuellen Anfragen, dazu Trainingswissen Präsenz im Bing-Index, klar strukturierte Inhalte, Erwähnungen in Verzeichnissen Website bei Bing Webmaster Tools anmelden, Sitemap einreichen
Perplexity Eigener Web-Crawler, zitiert Quellen direkt mit Link Seiten, die konkrete Fragen direkt und belegbar beantworten Inhalte im Frage-Antwort-Format, aktuelle und faktenbasierte Seiten
Google AI Overviews Google-Index und bestehendes Ranking Gute klassische Platzierung, direkte Antworten im Inhalt Local SEO und Unternehmensprofil weiter pflegen, Inhalte als klare Antworten strukturieren
Gemini Google-Ökosystem inkl. Unternehmensprofil und Maps Vollständiges, aktives Google-Unternehmensprofil mit Bewertungen Profil vollständig ausfüllen, Bewertungen aufbauen und beantworten

Unsere Testantworten bestätigen diese Wege: Die zitierten Quellen waren durchwegs die Websites der Betriebe selbst, Verzeichnisse wie local.ch und Bewertungsplattformen wie Ofri. Bemerkenswert am Rande: Das Google-Unternehmensprofil wurde in keiner der zehn Antworten als Quelle zitiert. Für ChatGPT und Perplexity zählt, was auf Website und Plattformen steht. Für Gemini und die AI Overviews bleibt das Profil trotzdem zentral, denn beide greifen direkt auf das Google-Ökosystem zu.

Auffällig ist, wie stark sich die Anforderungen überschneiden: Alle Systeme belohnen dieselben Grundlagen. Eine technisch saubere Website mit klaren Aussagen zu Leistung und Region, strukturierte Daten, die dem System sagen, wer Sie sind und wo Sie arbeiten, konsistente Kontaktdaten über alle Verzeichnisse hinweg und echte Bewertungen. KI-Sichtbarkeit ist kein neues Fachgebiet, sondern die konsequente Fortsetzung von gutem Local SEO.

Was kostet fehlende KI-Sichtbarkeit konkret?

Wie bei der lokalen Suche gilt: Der Verlust ist unsichtbar, weil die Anfrage nie bei Ihnen ankommt. Eine pauschale Franken-Zahl wäre unseriös. Die Rechnung mit Ihren eigenen Zahlen zeigt aber schnell, was schon eine einzige verlorene Anfrage pro Monat bedeutet.

Wer in KI-Antworten nicht vorkommt, bekommt keine Absage, sondern gar nichts. Die Frage der Hauseigentümerin aus dem Eingangsbeispiel war unsere erste Testfrage: Die KI nannte eine Handvoll Betriebe, alle anderen Sanitärbetriebe der Region haben von dieser Badsanierung nie erfahren. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert im Handwerk summiert sich das schnell: Was eine einzelne entgangene Anfrage pro Monat kostet, rechnet Ihnen unser ROI-Rechner vor, nicht pauschal, sondern mit Ihrem Auftragswert und Ihrer Marge.

Dazu kommt der Zeitfaktor. KI-Systeme bauen ihre Empfehlungen auf dem auf, was heute im Netz über Ihren Betrieb dokumentiert ist. Wer erst reagiert, wenn die Verschiebung im eigenen Auftragsbuch spürbar wird, hat dem Mitbewerber zwei Jahre Vorsprung geschenkt.

Was können Sie sofort tun?

Kurzfristig: Welche Massnahmen greifen in wenigen Wochen?

Website bei Bing anmelden. ChatGPT stützt sich bei aktuellen Anfragen auf den Bing-Index. Viele Schweizer Betriebe haben ihre Website dort nie angemeldet, weil Bing als Suchmaschine kaum eine Rolle spielte. Das hat sich geändert: Die Anmeldung bei Bing Webmaster Tools und das Einreichen der Sitemap kosten nichts und dauern eine halbe Stunde.

Google-Unternehmensprofil vollständig pflegen. Das Google-Unternehmensprofil speist nicht nur die klassische Suche, sondern auch Gemini und die AI Overviews. Es bleibt also relevant, auch wenn es in unserem ChatGPT- und Perplexity-Test nicht als Quelle erschien. Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Fotos und Bewertungen zählen doppelt.

Kontaktdaten vereinheitlichen. Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf Website, Profil und in Verzeichnissen exakt übereinstimmen. KI-Systeme gleichen Quellen ab; Widersprüche schwächen das Vertrauen in jede einzelne Angabe.

Inhalte als Antworten strukturieren. KI-Systeme zitieren bevorzugt Seiten, die konkrete Fragen direkt beantworten. Eine Seite, die «Was kostet eine Badsanierung im Aargau?» in zwei klaren Sätzen beantwortet, ist zitierfähig. In unserem Test wurde kein einziger allgemeiner Werbetext zitiert, aber jede Seite, die eine Leistung, eine Region und überprüfbare Fakten nannte.

Langfristig: Wie bauen Sie KI-Sichtbarkeit auf, die trägt?

Die kurzfristigen Massnahmen schaffen die Grundlage. Dauerhaft sichtbar wird ein Betrieb, wenn strukturierte Daten, aktuelle Inhalte, Bewertungsaufbau und die Pflege aller Profile zusammenspielen und nicht von der Tagesform abhängen. Genau dieses Zusammenspiel bauen wir mit unserem Angebot für KI-Sichtbarkeit auf: Wir machen Ihren Betrieb für ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews lesbar, messbar und zitierfähig. Die technische Basis dafür legt unser Basislager.

Der Vorteil der frühen Stunde ist real: Während beim klassischen SEO in vielen Branchen seit Jahren dieselben Anbieter um die vorderen Plätze kämpfen, ist die KI-Sichtbarkeit im Schweizer Handwerk noch weitgehend unbesetzt. Die meisten Betriebe haben das Thema nicht auf dem Radar. Wer jetzt dokumentiert, strukturiert und pflegt, wird zur Quelle, auf die sich die Antworten stützen.

Wie prüfen Sie, ob Ihr Betrieb in KI-Antworten auftaucht?

Fragen Sie die Systeme selbst: Stellen Sie ChatGPT oder Perplexity die Frage, die Ihre Kunden stellen würden, etwa «Welcher Sanitärbetrieb in [Ihre Region] ist empfehlenswert?». Kommt Ihr Betrieb nicht vor, wissen Sie, woran Sie sind.

Genau so sind wir in unserem Test vorgegangen, und der Selbsttest dauert keine fünf Minuten. Testen Sie zwei, drei Formulierungen: nach Leistung («Badsanierung»), nach Region («in Lenzburg»), nach Situation («Notfall Heizung ausgefallen»). Notieren Sie, welche Mitbewerber genannt werden und welche Quellen die KI zitiert. Genau dort, in diesen Quellen, muss Ihr Betrieb vorkommen.

Der Selbsttest zeigt Ihnen, ob Sie auftauchen. Unser kostenloser Website-Schnellcheck zeigt Ihnen, warum nicht: Er prüft neben den klassischen Google-Faktoren auch die KI-Kompatibilität Ihrer Website, von den strukturierten Daten über die saubere Auszeichnung Ihrer Seiten bis zur Frage, ob KI-Crawler Ihre Inhalte überhaupt lesen dürfen.